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Poetry Slam Jubiläum


Anfang Mai wurde das Kulturkino Zwenkau zur Bühne für starke Worte, mutige Gedanken und viel Applaus. Das DPFA-Regenbogen-Gymnasium-Zwenkau feierte den zehnten Poetry Slam und zeigte, wie lebendig Sprache sein kann, wenn Schülerinnen und Schüler ihr eine eigene Stimme geben.

Dichterwettstreit mit Herzklopfen

Nils Straatmann eröffnete den Abend mit Humor, Tempo und viel Gespür für das Publikum. Er erklärte den Poetry Slam als „Dichter und Dichterinnnen-Wettstreit“, bei dem Texte nicht einfach nur vorgelesen werden. Sie treten gegeneinander an, sie wollen etwas auslösen und sie wollen gehört werden. Bewertet wurde mit Tafeln aus Zeugnismappen. Nur steckten darin keine Zeugnisse, sondern Punkte von 1,0 bis 10,0. Nils Straatmann brachte es auf den Punkt: 1,0 stand für „absolute Katastrophe“, 10,0 für ein „absolutes Erdbeben im Herzen“, natürlich positiv gemeint. Dazwischen durfte das Publikum nach der „Klaviatur der Gefühle“ entscheiden.

Zehn Jahre gelebte Schulkultur

Der Poetry Slam gehört seit zehn Jahren fest zum Schulleben des DPFA-Regenbogen-Gymnasiums Zwenkau. Viele, die dieses Format von Anfang an geprägt haben, waren auch zur Jubiläumsausgabe im Kulturkino dabei. Schulleiter Niels Schulz wurde von Nils Straatmann besonders herzlich begrüßt. Mit einem Schmunzeln erzählte er, dass Herr Schulz sich extra ein Zimmer in der Pension Schwalbe genommen hatte, um am Abend dabei zu sein und am nächsten Morgen pünktlich die Mathe Abitur Klausuren zu öffnen. Auch DPFA Chefin Catrin Liebold war im Publikum, ebenso zahlreiche Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie viele Familien. Eine besondere Rolle spielte erneut Lehrerin Christiane Liebau. Sie begleitet und organisiert den Poetry Slam seit der ersten Ausgabe, wie in jedem Jahr saß sie wieder in der ersten Reihe und fieberte mit den Auftretenden mit.

Publikum sitzt an Tischen im Saal. Eine Person hält eine Karte mit der Zahl „89“ hoch. Im Hintergrund sind rote Vorhänge zu sehen. Seitlicher Blick auf Zuschauerinnen und Zuschauer in roten Kinosesseln. Vorne rechts ist die Bühne unscharf zu sehen.
Ein Mann steht auf der Bühne vor einem Flipchart und liest von einem Blatt. Mehrere Personen stehen nebeneinander auf der Bühne. Rechts ist ein Flipchart zu sehen. Im Vordergrund sitzt Publikum in roten Stühlen.

Die Jubiläumsausgabe verband Humor, Herzklopfen und starke Gedanken zu einem besonderen Abend im Zwenkauer Kulturkino. Fotos: DPFA Zwenkau

Klein sein, groß gedacht

Franz aus Klasse 5 brachte das Publikum mit seinem Text über das Kleinsein zum Lächeln. Mit viel Witz erzählte er davon, dass er überall hineinpasst, keinen Hocker braucht, heimlich wie ein Ninja klettert und beim Versteckspiel fast immer gewinnt. Doch hinter dem Humor steckte ein starker Gedanke. Franz sagte: „Denn Klein sein heißt nicht weniger wert, sondern nur ich hab's Leben aus anderer Sicht erklärt.“ Dieser Satz traf den Kern des Abends. Poetry Slam macht sichtbar, dass jede Perspektive zählt, auch die leise, die junge und die scheinbar kleine.

Klare Worte gegen Hass

Isabelle aus Klasse 9 setzte mit ihrem Beitrag ein eindrucksvolles Zeichen gegen Ausgrenzung, Rassismus und Hetze. Sie griff erschreckende Aussagen aus der politischen Öffentlichkeit auf, stellte ihnen Haltung entgegen und fragte, wie es sein kann, dass Menschen anderen Menschen ihre Freiheit und Würde absprechen. Besonders stark waren ihre Sätze: „Jeder Mensch sollte geboren sein, frei“ und „Verachtung ist keine Meinung.“ Die Schülerin sprach über Empathie, Doppelmoral, Angst vor dem Fremden und den Mut, genauer hinzuschauen. Ihr Appell blieb im Raum: „Trotz unseren vielen und schönen Unterschieden leben wollen die meisten doch eigentlich nur in Frieden.“

Applaus, Punkte und Kindersekt

Am Ende feierte das Publikum alle Beiträge mit großem Applaus. Der zweite Platz ging mit 28,1 Punkten an Frederike aus der Klassenstufe 12. Besonders bemerkenswert: Am nächsten Morgen wartete auf sie direkt das Mathe Abitur. Platz eins gewann das Duo „Kameradschaft Felix“. Die beiden Schüler durften sich nicht nur über den Sieg und eine Flasche Kindersekt freuen, sondern auch über einen Platz bei den Leipziger Stadtmeisterschaften.

Eine Frau steht an einem Mikrofon und liest von einem Blatt. Links sitzt Publikum. Rechts auf der Bühne sitzt ein Musiker mit Akkordeon.
Eine Frau steht mit einem Blatt Papier an einem Mikrofon. Links sitzen Musiker mit Instrumenten. Rechts sitzt ein Mann auf einem Sofa.
Mehrere Personen stehen nebeneinander auf der Bühne. Rechts ist ein Flipchart zu sehen. Im Vordergrund sitzt Publikum in roten Stühlen.

Beim zehnten Poetry Slam im Kulturkino zeigten 14 Schülerinnen und Schüler des DPFA-Regenbogen-Gymnasiums Zwenkau ihre selbst geschriebenen Texte. Die Teilnehmenden kamen aus den Klassenstufen 5, 6, 9, 11 und 12. Fotos: DPFA Zwenkau

Lernen mit Stimme und Haltung

Das DPFA-Regenbogen-Gymnasium Zwenkau versteht Lernen ganzheitlich, anwendungsorientiert und unterrichtsergänzend. Schülerinnen und Schüler lernen nicht nur für Arbeiten und Prüfungen. Sie lernen, ihre Gedanken zu ordnen, ihre Meinung zu begründen und sich mit der Welt um sie herum auseinanderzusetzen. Der Poetry Slam verbindet Deutschunterricht, Persönlichkeitsentwicklung und gesellschaftliche Bildung. Er macht Mut, Fehler zuzulassen, die eigene Stimme zu finden und vor anderen Menschen aufzustehen. In einer angstfreien und motivierenden Atmosphäre entsteht genau das, was Schule leisten soll: junge Menschen wachsen über sich hinaus.

Ein Abend, der bleibt

Zehn Jahre Poetry Slam am DPFA-Regenbogen-Gymnasium Zwenkau bedeuten zehn Jahre Mut, Sprache, Applaus und Herzklopfen. Das Kulturkino bot dafür den passenden Rahmen und wurde für einen Abend zu einem Ort, an dem junge Stimmen groß wurden. Nils Straatmann verabschiedete das Publikum mit einem herzlichen Dank an die Auftretenden, an das Kulturkino und an alle Gäste. Treffender hätte man diesen Abend kaum zusammenfassen können: ein bezauberndes Publikum, starke Texte und ein Jubiläum, das gezeigt hat, wie viel Kraft in Sprache steckt.